Warum Praxislernen?

Wenn neue Aufgaben zu lösen sind, funktioniert es für manche Menschen in den meisten Fällen sehr gut, sich erst ein theoretisches Wissen anzueignen und es dann in der Praxis zu testen. 

Aber für andere ist die Reihenfolge nicht besonders produktiv. Für sie ist es besser, mit konkreten und reellen Aufgaben zu beginnen und dann nach und nach mehr oder weniger bewusst die allgemeineren Grundsätze zu verstehen. Und für die meisten von uns war dies auch der Weg, wie wir gelernt haben, ein Telefon zu bedienen – nicht, weil wir lernen mussten, ein Telefon zu bedienen, sondern weil wir das Telefon benutzen wollten.

Für einige Jugendliche ist diese Vorgehensweise eindeutig die produktivste Art und Weise, um den Weg in das Lernen und in eine Ausbildung zu finden, und für einige ist es sogar der einzige Weg. Auf dieser Grundlage absolvierten die Produktionsschulen – ausgehend von den bekannten Prinzipien der Meisterlehre – Unterricht, der auf realer und sinnvoller Produktion basiert.

... und warum ein Zentrum?

Erstens bedeutet das Zentrum, dass die Produktionsschulen, während sie weiterhin Angebote für praktisch orientierte Jugendliche in der lokalen Umgebung bleiben, auch einen Zugang zu weitaus spezielleren Ausbildungen in einer überregionalen und internationalen Perspektive für besonders interessierte Mitglieder ihrer Zielgruppe anbieten können. 

Zweitens muss Praxislernen, um ein akzeptierter Teil des formalen Bildungssystems sein zu können, Lernprozesse einem standardisierten Niveau entsprechend durchführen und dokumentieren. Und wenn die erworbenen Fähigkeiten zudem über Landesgrenzen hinweg als Teil eines gemeinsamen europäischen oder internationalen Bildungssystems kommunizierbar sein sollen, muss dieser Standard international anerkannt sein. 

Auf diese Weise wollen wir die Bemühungen unterstützen, die gesamte Kompetenzmasse anzuwenden und einzubringen und mehr junge Menschen in die Berufsausbildung zu bekommen.